Absorberanlage

Kurzfassung

Im Rahmen einer Teilsanierung des Schwimmbades ließ die Gemeinde Tiefenbach  336 Schwimmbadabsorber installieren. Die Kollektorfläche von 746m² erzeugt eine Gesamtleistung von rund 522kW und heizt damit die rund 1400m³ Wasser des Schwimmbades inkl. Kinderbecken auf. Die Anlage wird automatisch geregelt, damit das Beckenwasser nicht zu warm, also über 28°C, wird. Die Investitionen liegen bei 166.600€ aber dafür fallen dann jährlich nur noch 1800€ Stromkosten für den Betrieb der Umwälzpumpe.

Das Dach war schon mit PV-Modulen belegt

Da auf dem Dach des Gebäudes zur Badeanstalt bereits eine PV-Anlage installiert war, musste für die Absorber auf dem Boden des Schwimmbadgeländes ein Platz gefunden werden. Notwendig war eine Beton/Kies-Unterkonstruktion mit einem durchgehenden Vlies. Die Konstruktion bietet stabilen Halt für die Befestigung der Absorber und schützt vor durchwachsenden Pflanzen.

Doch zuerst zur Vorgeschichte:

Bis 2013 wurde das Schwimmbad mit zwei Luftwärmepumpen aus den frühen 1980er-Jahren beheizt, die dann beide zur Badesaison 2014 ausfielen. Als Notlösung wurden mehrere Elektroheizstäbe mit jeweils 12 kW Heizleistung installiert. Diese Notlösung wurde über die ganze Saison beibehalten und sorgte für eine entsprechende Stromrechnung. Ende 2014 hatte sich dann der Gemeinderat für die solare Lösung entschieden, nachdem Preise für mehrere Varianten beim Ingenieurbüro Haydn Energie Team GmbH aus Passau eingeholt wurden. Die erste Variante bestand wieder aus Wärmepumpen, für die auch bauliche Veränderungen notwendig waren. Der Investitionspreis lag bei 122 500 Euro. Hinzu wurden Stromkosten für einen 20-jährigen Betrieb berechnet. Insgesamt kamen dabei 317 400 Euro Kosten heraus. Noch teurer war die Lösung mit einem 400-kW-Gaskessel. Die Investitionskosten wären mit 86 500 Euro zwar etwas günstiger gewesen, aber mit den Gasrechnungen der folgenden 20 Jahre erwarteten die Planer eine Gesamtsumme von 415 900 Euro. Im Vergleich dazu erschien die Lösung mit den Solarabsorbern richtig günstig. Die Investitionskosten seien mit 166 600 Euro zwar die höchsten, aber dafür fallen dann jährlich nur noch 1800 Euro Stromkosten für den Betrieb der Umwälzpumpe an. Für die betrachtete Zeitspanne von 20 Jahren entspricht das Gesamtkosten von etwas über 200 000 Euro. Da fiel es dem Gemeinderat dann verhältnismäßig leicht, sich für die umweltfreundliche Lösung zu entscheiden.

Schwimmbad in Haselbach

Das Freibad Haselbach in der Gemeinde Tiefenbach nutzt umweltfreundliche Sonnenenergie zur Erwärmung des Badewassers. Im Rahmen einer Teilsanierung des Schwimmbades ließ die Gemeinde Tiefenbach 336 Schwimmbadabsorber Roth HelioPool installieren.

 

Der Bürgermeister Georg Silbereisen erklärte bei der Inbetriebnahme der Absorberanlage: „Bei der Sanierung legte die Gemeinde auf Klimaschutz und Umweltschonung ganz besonderen Wert.“ Der Gemeinderat entschied sich nicht zuletzt aus diesem Grund für das umweltfreundliche Solarsystem des hessischen Herstellers. Der Roth HelioPool Schwimmbadabsorber eignet sich zur direkten solaren Erwärmung von Beckenwasser im Durchlaufprinzip.
Der Installationsbetrieb Grübl Heizung Sanitär aus Ruderting montierte insgesamt 28 Kollektorfelder mit je zwölf Kollektoren oberhalb der Liegewiese. Eine Beton-/Kiesunterkonstruktion mit einem durchgehenden Vlies bietet stabilen Halt für die Befestigung der Schwimmbadabsorber und schützt vor durchwachsenden Pflanzen.

Die Planung der Anlage führten Michael Simmet vom Ingenieurbüro Haydn Energie Team und Horst Dichtl der Roth Werke aus. Bei einer Schwimmbadwasseroberfläche von 1350 Quadratmetern inklusive Kinderbecken und einem Kollektoraufstellwinkel von zehn Grad werden aufgrund der optimalen Kombination der Systemkomponenten beste Leistungswerte erzielt. Mit einer im Tichelmann-Prinzip installierten Kollektorfläche von 746 Quadratmetern (je Absorber 2,22 Quadratmeter) und einer maximalen Gesamtleistung von rund 522 Kilowatt sorgt die Solaranlage für kontinuierlich ansteigende Beckenwassertemperaturen im Vergleich zur Außentemperatur in der Badesaison. So entstehen angenehme Badewassertemperaturen.
„Temperaturverluste in der Nacht gleicht der solare Ertrag vormittags sehr schnell wieder aus“, teilte der Roth Fachberater Horst Dichtl mit. Gegenüber einer konventionellen Schwimmbadbeheizung spare das System pro Jahr rund 37.000 Liter Heizöl und vermeide rund 99 Tonnen CO2-Emissionen, so Horst Dichtl. Die Schwimmbadabsorber erzeugen somit eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Badewassererwärmung.

Geregelt wird die Anlage mit einem Roth Solarregler und einer energiesparenden frequenz- und drehzahlgeregelten Schwimmbadpumpe von Speck Pumpen, Neunkirchen am Sand. Die fachgerechte Installation der Schwimmbadpumpe übernahm der Betrieb Elektrotechnik Pauli aus Tiefenbach. Die Pumpe verfügt über eine maximale Förderleistung von bis zu 85 Kubik pro Stunde.

Als Spezialist in Kunststoffverarbeitung entwickelte Roth den Schwimmbadabsorber Roth HelioPool aus hochwertigem High Density-Polyethylen (HDPE) zur umweltfreundlichen und energiesparenden Erwärmung von Schwimmbadwasser. Mit nur einem Absorbertyp können alle Montageanwendungen realisiert werden, da acht variable Abgänge am Absorber vorhanden sind.

Der Roth HelioPool zeichnet sich durch seine optimale Absorbergröße von 2,22 Quadratmetern sowie durch einen hohen Wirkungsgrad aus. Er wird vollflächig durchströmt, ist frostsicher, begehbar und eignet sich für den direkten Durchfluss von Schwimmbadwasser. Die spezielle Absorber-Konstruktion mit idealer Wandstärke gewährleistet einen geringen Druckverlust. Jeder Absorber besitzt je vier Anschlüsse mit 25 Millimetern und mit 40 Millimetern, die je nach Anschlussart variabel belegt werden können, somit ist nur eine Ausführung notwendig.
Roth bietet ein komplettes und montagefertiges System inklusive Roth Befestigungsset für die Montage auf dem Dach, Verbindungssets und Roth Regelung BW. Der Roth HelioPool ist nach EN 12975 getestet.

Fazit: Wie die Tageszeitung Passauer Neue Presse am 1. August 2015 meldete, steigerten die wohligen Wassertemperaturen die Besucherzahlen spürbar. Der Betreiber ist überzeugt, dass die Teilsanierung des Schwimmbades sowie die Inbetriebnahme einer Absorberanlage zur Schwimmbadwassererwärmung die richtige Entscheidung war. Die Gemeinde Tiefenbach verfügt nun über ein modernes Schwimmbad.

 

Objekt Schwimmbad in Haselbach
Bauherr Gemeinde Tiefenbach bei Passau
Planer/Architekt Haydn Energie Team GmbH, 94036 Passau
Heizungsbau-Fachfirma Grübl GmbH, Heizung Sanitär, 94161 Ruderting
Zahlen und Fakten Roth HelioPool
Einbaujahr der Roth Produkte 2015
Roth Fachberater Horst Dichtl